„Der anregende Dokumentarfilm Wem gehört die Stadt? – Bürger in Bewegung eröffnet einen unverstellten Blick auf die Auseinandersetzungen um Stadtentwicklung als kollektiven Lebensraum und Experimentierfeld. Dabei gelingt Filmemacherin Anna Ditges als versierter Chronistin unserer Zeit, diese Suche nach menschen-gerechtem Wohnen und Leben in der Auseinandersetzung mit wirtschaftlichen und politischen Interessen dem Zuschauer kurzweilig nahe zu bringen. Am Beispiel des Kölner Stadtteils Ehrenfeld geht die 36jährige der spannenden Frage nach, ob sich dieser chronisch schwelende Gesellschaftskonflikt um die Rückeroberung öffentlichen Raums demokratisch lösen lässt.“ (Programmkino.de)

punktfilm Anna Ditges mit Das kleine Fernsehspiel ZDF | Film und Medien Stiftung NRW | FFA | DFFF | DEFA-Stiftung | Schwarz-Weiss Filmverleih



Das Helios-Areal gilt als Herzstück des Kölner Stadtteils Ehrenfeld: Mit seinem weithin sichtbaren Leuchtturm aus dem 19. Jahrhundert, mit den alten Werkhallen, in denen sich Clubs und Konzerträume, Werkstätten und Kreativbüros eingerichtet haben, und mit den vielen Brachflächen dazwischen verkörpert das idyllisch-heruntergekommene Gelände das besondere Potenzial eines früheren Arbeiterviertels, das gerade zum In-Viertel wird. Doch wo die Ehrenfelder einen ihrer letzten alternativen Lebensräume am Rande einer dicht bebauten Innenstadt bewahren möchten, sehen Investoren und Stadtplaner vor allem ein riesiges ungenutztes Grundstück in Bestlage, das immer weiter zu verfallen droht. Hier könnte so vieles entstehen, so viel gebaut und so viel Geld verdient werden. Prominenter Großinvestor und Bauunternehmer Bauwens-Adenauer entscheidet sich für ein Einkaufszentrum.




Filmbewertungsstelle Prädikat wertvoll 2020

Duisburger Filmwoche Wettbewerb 2015

Biarritz FIPA Internationale Festivalpremiere 2015

Cinenova Köln Weltpremiere 2014

Filmfestspiele Biberach Festivalpremiere 2014

Der Protest lässt nicht lange auf sich warten. Gastronomen und Handwerker, deren Existenz durch den geplanten Abriss auf dem Spiel steht, aber auch Anrainer und Nachbarn sehen die Shopping Mall als Bedrohung für die gewachsene Infrastruktur und für den Einzelhandel des Viertels. Unterschriften werden gesammelt und eine Bürgerinitiative gegründet, deren Arbeitsgruppen nachhaltige und bürgernahe Konzepte zur Nutzung des Geländes erarbeiten wollen. Mit Unterstützung des leidenschaftlich regierenden Bezirksbürgermeister Wirges, dem die Menschen in seinem Veedel am Herzen liegen, kommt es zu einem Bürgerbeteiligungsverfahren, in dem Vertreter der Stadt zwischen den Interessen von Wirtschaft, Politik und Bürgerschaft vermitteln und abwägen sollen. Bald stehen erste Modelle im Raum. Kulturstätten, bezahlbarer Wohnraum, ein Park wäre schön, oder doch lieber ein Parkhaus? Visionäre und Pragmatiker, Radikale und Resignierte streiten über Machbarkeit und Kompromisse. Doch am Ende des konfliktreichen Prozesses steht eine Lösung, die so niemand erwartet hätte … .


„Mit Charme und Humor zeigt die Kölner Regisseurin, wie ganz und gar verschiedene Wertvorstellungen und Lebensentwürfe aufeinanderprallen und nimmt dadurch das Grundproblem der Demokratie unter die Lupe.“
Berliner Zeitung

Stadtplanungsamt

Bürgerversammlung

Brachfläche

„Ditges neugieriger und nicht selten humorvoller Blick auf Investoren, Protestierende, Politiker und Verwaltungsbeamte ist die große Stärke ihrer Dokumentation über das sonst oft so dröge Thema Stadtplanung.“
WDR Hörfunk

Werkstätten

Bauunternehmer

In den letzten Jahren ist der Wille der Menschen, gehört zu werden und sich einzumischen, deutlich spürbar geworden. In vielen Städten, wo über die Köpfe der Anwohner hinweg entschieden wurde, haben sich Bürgerbewegungen gebildet. Immer wieder ist dann von Wutbürgern die Rede, die sich gegen jede (auch notwendige) Veränderungen sperren. Dabei wird aber übersehen, dass durch dieses Engagement ein spannender demokratischer Prozess in Gang gesetzt wird. An dem oftmals sehr ideologisch geführten Kampf um das Kölner Helios-Gelände, im Mikrokosmos der größten deutschen Provinzstadt, zeigt sich exemplarisch, wie überall in Deutschland die verschiedenen Interessengruppen – der Bürger, der Politik und der Wirtschaft – lernen müssen, miteinander umzugehen und Kompromisse zu finden. Während der langwierigen und spannungsreichen Auseinandersetzungen in Köln-Ehrenfeld ist mir vor allem eines klar geworden: Für die Bewohner einer Stadt geht es bei solchen Entscheidungen um viel mehr als um einen Planungs- und Investitionsraum, und um sehr viel mehr als ums bloße Rechthaben oder Blockierenwollen. Für sie geht es um Heimat, um Verortung, um Identität – und um das Gefühl, sich das alles selbst schaffen und gestalten zu können.





„Unterhaltsam, universell und schlichtweg menschlich.“
Kino.de